In
diesem Kabinett der Statuen, die uns das Altertum nachgelassen
hat, ihrer Macher und Nachfolger, der Entstehung und ihrer Aufbewahrungsorte,
alle abgebildet von Jan van Lamsvelt stellt der Maler, Autor und
Schauspieler Wybrand de Geest, (ca. 1670-1716) an der Schwelle
zum 18. Jahrhunderts dem Niederländischen Publikum die Topstücke
der klassischen Bildhauerkunst vor. Er folgt einem Canon, der
sich seit der Renaissance entwickelt hatte und durch Perrier in
100 schönen Stichen festgelegt war. Aber erst De Geest erläutert
die - stark verkleinerten - Abbildungen in einem Kommentar. Hier
nennt er Thema und Besitzer der Standbilder, gibt Hinweise auf
den mythologischen und historischen Zusammenhang und ihre künstlerische
Bedeutung. Dabei geht er auf die Kunst des 17. Jahrhunderts ein,
wenn er etwa die Haltung des Kunsthandels zu Rembrandt kritisiert
oder - als erster - Rubens Gebrauch antiker Vorbilder analysiert.
Auf praktischen Nutzen zielte der beigefügte Führer durch Rom,
einer der ersten in holländischer Sprache.
Dieser
Reprint des Originals enthält eine Einführung von Jochen Becker,
der Buch und Verfasser (kunst)historisch einordnet und eine ausführliche
Bibliographie zusammengestellt hat.